Wie setze ich am besten Grenzen in einer Partnerschaft?

Lese hier unter anderem, wie du einem Mann konsequent Grenzen setzen und konsequent gegen die Respektlosigkeit in der Beziehung vorgehen kannst: „Wie verschaffen ich mir wieder Respekt bei ihm, wenn er mich nicht mehr respektiert und meine Grenzen immer überschreitet?“ Was kannst du tun, wenn er sich egoistisch verhält, respektlos oder sogar beleidigend ist und er längst schon in seiner liebevollen Aufmerksamkeit abgenommen hat?

„Wie kann ich mich meinem Partner effektiv verhalten, wenn mich etwas in dem Verhalten stört, kränkt und verletzt, ohne die Sache weiter hineinzufressen?“

„Wie verschaffe ich mir bei dem Mann wieder Respekt?“

Ich werde dir heute mit ein paar Beispielen zeigen, was es heißt, im Kontakt zu ihm auf deine weibliche Intuition zu hören, und das in konkreten Situationen, in denen sein Verhalten dich kränkt, ärgert oder in deiner Würde verletzt.

Um nach einer längeren Phase seiner abklingenden Aufmerksamkeit, seinen fehlenden Bemühungen und seiner Lieblosigkeit wieder neu seinen Respekt zu bekommen, ist es wichtig, dass du selbst dich in den kommenden Wochen in einen guten Zustand versetzt:

Nur indem du wieder auf deine Intuition hören und dir wieder eine viel stärkere Unabhängigkeit von ihm erlaubst, kannst du auch ihm gegenüber wieder so konsequent handeln, dass das Band, welches von Anfang an zwischen euch bestand, wieder viel stärker und sichtbar für ihn wird.

Wenn man Männer dazu interviewt, was sie auch nach vielen Jahren noch in ihrer Beziehung glücklich und voller Liebe für die Freundin/Frau sein lassen, hat man noch nie etwas gehört wie:

„Sie gibt mir Sicherheit und würde mich niemals verlassen, ganz egal was ich tue“

„Sie ist sehr anhänglich und hat immer Zeit für mich, wenn ich es will“

„Sie braucht mich und ist glücklich, dass sie mit mir um jeden Preis zusammen sein kann. Daher lässt sie mich immer so wie ich bin mit meinen Problemen, Fehlern und Bequemlichkeit. Ich müsste nie in meinem Verhalten etwas für ändern“

„Sie fühlt sich immer sehr ungeliebt von mir, wenn ich weniger Zeit für sie habe oder schlecht gelaunt bin. Sie ist dann immer wütend, traurig und gekränkt und zieht sich zurück. Ich versuche dann immer, ihr zu sagen, dass ich sie liebe und sie keine Angst haben muss, dass sie mich verliert“

„Auch damals schon, als ich mich noch nicht so schnell auf eine feste Beziehung mit ihr festlegen konnte, konnte sie nicht damit leben und ich musste sie immer wieder beruhigen“

Aber was man wirklich immer von Männern hört auf die Frage, was sie nach vielen Jahren immer noch verliebt sein lässt (Beispiele):

– „Ich respektiere sie sehr, da sie mir Grenzen zeigen kann, wenn ich mich schlecht verhalte“

– „Sie verfolgt leidenschaftlich die Interessen und Lebensziele“

– „Sie spricht manchmal direkt in mein Leben hinein, auch wenn es hart für mich ist. Doch bringt sie mich damit weiter“

– „Sie würde sich von mir trennen, wenn ich mich zu sehr gehen lasse und würde auch gut ohne mich zurechtkommen“

– „Sie unterstützt mich ganz in dem, was mir wichtig ist in meinem Leben und gibt mir alle Freiheiten, die ich brauche“

– „Sie ist sehr offen für Neues und ich kann mit ihr zusammen die „Welt entdecken“. Es wird nicht langweilig mit ihr“

– „Sie entwickelt sich in ihrem Leben weiter und kann für sich selbst sorgen“

– „Sie lässt sich von mir kein schlechtes Verhalten gefallen und lässt mich nicht damit entkommen“

– „Sie kann sehr gut mit mir umgehen“

Ein Zitat eines Mannes, der nach Jahren noch mit einer Frau glücklich ist ist oft ähnlich wie das folgende:

„Sie ist anders als alle anderen Frauen vorher. Wegen ihr habe ich schon so einige Sachen durchstehen müssen, um sie nicht zu verlieren. Ich musste lernen, meine Probleme zu lösen und meine negativen Gewohnheiten abzustellen. Ich bin durch sie reifer und auch selbstbewusster geworden. Es wird nie langweilig mit ihr und man kann mit ihr viel Spaß haben. Ich fühle mich durch sie inspiriert, mein größtes Potenzial rauszuholen. Ich glaube, sie liebt mich und fühlt sich gut mit mir, doch ich weiß genau, wenn ich eine Zeit lang ihre Grenzen überschreite, würde sie sich bestimmt von mir trennen. Noch nie zuvor in meinem Leben musste ich mich derart um eine Frau bemühen“

Wenn ein Mann nach vielen Jahren immer noch sehr glücklich mit einer Frau ist und dieses Gefühl auf beiden Seiten beruht (Er stellt also keinen „Kompromiss“ für sie dar, sondern sie ist wirklich genauso verliebt in ihn wie umgekehrt), beobachte ich immer wieder, dass man oft nicht gleich auf dem ersten Blick erkennen kann, was diesen Mann an diese Frau bindet.

Häufig hört man auch, dass es für die meisten anderen Frauen zuerst überhaupt nicht von außen zu sehen ist, „wie diese Frau es bloß geschafft hat“, dass dieser tolle Mann ihr so „verfallen“ ist.

Dies äußert sich dann eben so:

„Peter, was findet er bloß an ihr toll? Wie kann bloß dieser selbstbewusste, interessante Mann so verliebt in diese Frau sein und ihr so aufmerksam und liebevoll gegenüber sein? Und das nach so vielen Jahren schon. Sie hat doch nun nichts Besonderes, im Gegenteil, sie sieht doch ganz durchschnittlich aus, hat keine besondere Ausstrahlung und sie verhält sich auch in der Öffentlichkeit nicht auffällig.“

Erst auf dem zweiten Blick kann man dann die eigentliche, starke Bindungskraft sehen, die von außen betrachtet nicht zu sehen ist:

Auf ihre eigene und individuelle Art (die von außen nicht gleich zu sehen ist), lässt sie ihn immer wieder (mehr oder weniger) spüren, dass er in jedem Fall auf  Weise auf sie verzichten muss (dies betrifft z.B. die Bereiche Sex, Zeit mit ihm verbringen, da sein für ihn, ihm Aufmerksamkeit geben, usw.), und genau wenn sie spürt, dass sein Verhalten gerade in irgendeiner Weise ihre Würde verletzt. Einfach gesagt, der Mann kommt in keinem Fall „ungestraft“ davon, wenn er gegen ihre Prinzipien verstößt. Sie bleibt also ihm gegenüber immer sie selbst, verliert sich nicht in der Beziehung und handelt nach ihrer eigenen Intuition.

Was langfristig „diese Eine“ in seinem Leben von allen anderen Frauen in seinem Leben unterscheidet, ist eigentlich die folgende Eigenschaft:

Es ist die alles entscheidende Fähigkeit einer Frau, durch ihr Handeln ihren eigenen Vorstellungen und Erwartungen ihm gegenüber treu zu bleiben, und das immer, wenn ihr Gefühl ihr sagt, dass gerade nicht stimmt.

Die Fähigkeit, nicht zuzulassen, dass er sie in einer schlechten Situation einfach nur verzweifelt, klagend oder traurig erlebt, ohne ihm die Konsequenzen spüren zu lassen.

Es ist Ihre Kraft, ihm Grenzen zu setzen und sich dann entziehen zu können.

Und da auch gegen seinen Wunsch und seinen Willen.

Im Folgenden zeigen wir dir anhand von 2 Beispielen, welche beiden Schritte du in einer Situation machen solltest, in der er gegen deine Grundwerte einer Beziehung verstößt:

Schritt 1) Grenzen setzen durch ein ‚Infragestellen der Beziehung‘ und das durch das Signalisieren deiner nicht erfüllten Standards & Werte:

Situation 1: Seit ein paar Wochen hat er keine Lust mehr auf Aktivitäten und Unternehmungen mit dir. Stattdessen reduziert er eure gemeinsame Zeit auf gemeinsames Essen und Fernsehen. Es fühlt sich langsam an, als wenn du das Anhängsel seines lethargischen, antriebslosen und gestressten Lebens bist. Im Gegensatz zu früher zeigt er dabei viel weniger Interesse an deinen Gedanken und deinem Leben. Und das belastet dich.

Mögliche Reaktion (ruhig und bestimmt):

Irgendwie läuft mein Leben gerade ein wenig in der Einbahnstraße, ich stagniere ein bisschen. Auch die aktuelle Beziehung erfüllt mich in letzter Zeit nicht mehr, ich habe weniger Freude, alles ist normaler Alltag. Ich merke einen Wunsch nach Unterhaltung, neuen Erlebnissen, nach eigenen Interessen und Hobbys. Ich werde mich in den nächsten Wochen wieder in mein Leben stürzen und mich anderen Dingen widmen. Ich brauche also mal wieder etwas mehr Zeit für mich selbst. Nur dass du dich nicht fragst, was los ist.“

Situation B: Er ist in letzter Zeit in deiner Anwesenheit ein bisschen genervt, redet nicht viel und schlecht gelaunt. Er wirkt desinteressiert, wenig anteilnehmend an deinen Gedanken, abgelenkt und gedankenversunken. Auf Nachfrage von dir, ob er zurzeit von etwas gestresst ist, wirkt er nicht gesprächig. Du fühlst sich dich nicht gut und ungeliebt dabei.

Mögliche Reaktion (vehement, ruhig und bestimmt):

Mich nervt einfach deine schlechte Stimmung in der letzten Zeit. Ich glaube, wir sollten uns mal eine Weile etwas mehr aus dem Weg gehen, ich merke, dass ich zurzeit mit anderen Menschen mehr Freude habe. Es macht mir im Moment keinen Spaß, mich mit dir zu treffen, wenn du so schlecht gelaunt bist.

Falls er sagt: „Nein, ich habe nichts, es ist alles in Ordnung“

Deine Reaktion: Das mag sein, ich merke nur, dass ich im Moment nicht so viel mit dir anfangen kann, wenn wir uns sehen. Andere Menschen erfüllen mich im Moment mehr. Ich brauche jetzt erstmal wieder etwas mehr Zeit für mich und meine Dinge.

In beiden Beispielen bleibst du bei deiner Begründung also nur bei SICH SELBST und deinen eigenen Werten und Standards. Passe dabei deine Ausdrucksweise an deine eigene Art an.

Es ist ganz wichtig, dass du verinnerlichst:

Wenn du in deiner Kommunikation nur bei dir selbst und deinen Werten bleibst, ist es das Gegenteil davon, ihn etwa mit deinem verletzten Gefühl zu konfrontieren, dass du dich von ihm vernachlässigt fühlst oder mit deiner Sorge, dass er es nicht mehr ernst mit dir meint.

Warum ist es in diesem ersten Schritt deines Vorgehens so unglaublich wichtig, ausschließlich bei deinen eigenen nicht erfüllten Grund-Standards einer Beziehung und deinen persönlichen Werten zu bleiben und nicht dein Misstrauen und dein gekränktes Gefühl, sich von ihm ungeliebt zu fühlen, zum Ausdruck zu bringen?

Er spürt selbst längst instinktiv an deiner Ausstrahlung, dass er in letzter Zeit sehr deine Wünsche nicht berücksichtigt. Doch kann er selbst nichts daran ändern, denn er fühlt einfach wie er fühlt. Er weiß selbst nur nicht genau, warum er sich so fühlt.

Zugleich erlebt er auch, dass du dich scheinbar mit viel weniger zufrieden gibst, als du dir wünschst, nur um Zeit mit ihm zu verbringen und bei ihm zu sein.

Während er selbst also immer exakt das in der Beziehung macht, worauf er jeweils gerade immer Lust hat, merkt er an deiner Ausstrahlung, dass du viel weniger dein Leben genießt als vorher.

Frau ist sauer auf den Mann

Wenn Sie ihn jetzt noch mit deinen verletzten Gefühlen konfrontieren und als Ursache dafür seine aktuell fehlende Liebe für dich ansprichst, dann würde er erst recht in aller Deutlichkeit sehen, dass du scheinbar ganz von deinem eigenen Weg“ abgekommen bist, deine Ansprüche zurückgeschraubt hast, und zwar ohne, dass er an Gefühlen etwas ändern könnte.

Frau-und-Mann-sitzen-auf-brauner-Holzbank-und streiten sich

Das würde seine innere Distanz nochmal verstärken, denn sein Drang, noch weiter von dir Abstand zu nehmen aus Mitgefühl, Vorsicht und der Angst dich noch weiter zu verletzen, würde dann viel stärker werden.

In so einer starken Ungleichheits-Konstellation zwischen euch wäre es also nur ein weiterer Akt der Verzweiflung, aus dieser gefühlten Abhängigkeit heraus etwa von ihm zu verlangen:

Falsche Reaktion: „Ich fühle mich nicht mehr beachtet von dir. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob du das Ganze mit ernst meinst/usw.“

Falsche Reaktion: „Ich würde gern an der Beziehung arbeiten/unsere Beziehung wieder auffrischen/Was denkst du von einer Paartherapie/etc.“

Falsche Reaktion: „Ich würde gerne bald mit dir einen gemeinsamen Urlaub machen/am Wochenende mal wieder wegfahren/wieder viel mehr interessante Dinge mit dir zusammen unternehmen, usw.“

Sein inneres Beklemmungsgefühl würde sich verstärken:

Denn er spürt dann genau, dass dein Leiden ein Schrei um Hilfe ist, der mit ihm in Wirklichkeit gar nichts zu tun hat.

Er spürt instinktiv, dass du dich sozusagen immer mehr selbst aufgibst und die in Wirklichkeit normalen Entwicklungen und Veränderungen, die Abstandsphasen und der Wechsel von Nähe und Distanz nicht ertragen kannst, die doch in jeder langen, dauerhaft glücklichen, stabilen Beziehungen rückblickend ein nötiger Bestandteil war, der zwei Menschen am Ende zusammengeschweißt hat.

Das einzige, was in dieser Situation also wirklich nur erforderlich ist, ist dass du einfach wieder für dich selbst sorgen und von sich aus einen Gang in der Beziehung zurück schaltest, ohne diese verzweifelt beenden zu müssen, an der Beziehung „arbeiten“ zu müssen, oder sonstiges.

Schritt 2) Grenzen setzen durch ‚Verfügbarkeit brechen‘ und ‚nettes Spiegeln‘:

Dieser zweite Schritt nach deiner klaren Ansage in Schritt 1 ist der alles Entscheidende bei deinem neuen Vorgehen:

Du begibst dich nach der liebevoll-bestimmten Ansage“ jetzt wirklich erstmal für mindestens 2-3 Wochen (In langen Beziehungen eher ein paar Monate) in dein eigenes Leben, tust ganz neu und ganz bewusst Dinge, die dir gut tun und zeigst ihm dabei die Haltung:

„Hey, alles ist gerade gut so wie es ist, wir lassen das Ganze jetzt einfach mal den Lauf. In letzter Zeit erfüllt und inspiriert mich das Ganze nur kaum. Zumindest gerade kannst du mir daher nicht so viel geben. Dadurch rücken jetzt ganz zuerst andere Dinge und Kontakte meines Lebens zeitlich intensiv wieder in den Vordergrund. Dinge, die mir im Moment mehr Freude bringen, die mich voranbringen, die meine Aufmerksamkeit brauchen oder einfach nur von mir erledigt werden sollen. Ich habe Dich lieb und ich freue mich aber trotzdem auf jeden Fall, wenn wir uns dann wiedersehen!

Konkret: Du machst jetzt für eine bestimmte Zeit erstmal in deiner Freizeit Dinge ohne ihn und lebst dein eigenes Leben.

Du reagierst auf seine halbherzigen Nachrichten immer noch lieb und freundlich, aber leicht abweisend und zeigst nicht wirklich, dass du für mehr empfänglich bist und bleibst dabei, dass du dir eine kleine „Auszeit“ von ihm gönnst und einfach nur ein Ding in deinem Leben nachholst.

Nur wenn es etwas Besonderes ist, was er mit dir besprechen will und dies anscheinend wirklich sehr dringend für ihn ist (z.B. indem er dir fast täglich längere Nachrichten schickt, er oft ungewohnt bemüht um deine Zeit bittet) hörst du dir an, was er dir scheinbar zu sagen hat und triffst dich ausnahmsweise mit ihm.

Sollte er aber in normaler Weise (=halbherzig, ohne viel Mühe) den Kontakt zu dir halten und dich „einfach nur so“ sehen wollen, lasse es eine Zeit lang offen, wann du wieder Zeit und Lust hast, ihn zu sehen.

Mache den Zeitpunkt, wann du ihn das erste Mal wiedersiehst, davon abhängig:

  1. Ob du dich ihm gegenüber wieder viel emotional freier und entspannter fühlst.
  2. Wie häufig und regelmäßig ihr euch vorhergesehen habt.

Wenn ihr euch fast täglich getroffen haben, lasse dann ungefähr eine Woche verstreichen, bis du wieder Zeit für ihn hast.

Wenn du dich zuvor nur jedes oder jedes zweite Wochenende gesehen hast (z.B. bei einer Fernbeziehung), lassen sie ungefähr 2-4 Wochen verstreichen, bis du dich wieder mit ihm triffst.

Achte darauf, dass du dann ganz normal etwas für dich Unterhaltsames, und Inspirierendes machen willst und das als Antwort auf sein Drängen auch darauf bestehst.

Beispiel: Er will dich unbedingt sehen und schlägt dir vor, zu dir zu kommen, um mit dir zu kochen (oder mit dir Essen zu gehen), danach eine DVD zu gucken und einen Wein zu trinken.

Du sagst: Das klingt irgendwie nicht so spannend… Ich hätte Bock, in das XY-Konzert zu gehen / tanzen zu gehen / Billard/Bowling zu gehen / in die Natur zu fahren und Picknick zu machen / zu Grillen / in den Zoo/in die Kletterhalle/in die XY-Ausstellung zu gehen / einen XY-Vortrag zu besuchen / etc.“

Achten dann bei deiner ersten Neu-Begegnung vor allem darauf, dass du diese Zeit mit ihm richtig genießen kannst und dich auch entspannt fühlst. Für den Fall, dass er auf dein neuerdings „verändertes Verhalten“ direkt zu sprechen kommt, sagst du auch noch einmal deine unveränderte neue Sichtweise, die du ihm ja schon vor ein paar Wochen gezeigt hast. Lehne dich selbst am besten zurück und lasse ihn denjenigen sein, der dich ggfls. von irgendetwas „überzeugen“ will, falls er inzwischen schon wieder den echten Wunsch danach verspürt.

Also, wenn du irgendwann auf die beschriebene Weise gegen sein rücksichtsloses oder lethargisch-unbemühtes Verhalten vorgehst:

Habe keine Angst vor seiner Reaktion.

Denn seine emotionale Situation ist diese:

Er hat sich seit einiger Zeit schon mit dir sein bequemes, emotional haltgebendes „Stützsystem“ aufgebaut, in dem er inzwischen komplett schalten und walten kann, wie er sich gerade danach fühlt.

Das basiert auch darauf, dass er keinen Zukunftswunsch mit dir fühlen kann und aktuell nicht sehr viel für dich empfindet.

Daher „braucht“ er es daher also zurzeit in seinem Leben, nicht in dich verliebt zu sein und dich aber trotzdem immer verfügbar und abrufbereit zu haben.

Er braucht es zurzeit, sich eben nicht um dich bemühen zu müssen, keine Umstände in Kauf zu nehmen, dich nicht vermissen zu müssen und dich trotzdem immer für Halt und gegen Einsamkeit behalten zu können.

Und zwar immer dann, wenn ihm wieder mal danach ist.

Er braucht zurzeit die Bequemlichkeit in seinem Leben, keine gemeinsame Zukunft mit dir zu wollen und keinen Gedanken darin zu verschwenden, die Beziehung verbindlicher zu gestalten und trotzdem immer Kontakt zu dir zu haben.

Wenn du wieder anfängst, auf deine Intuition zu hören und wieder die Frau zu sein, in die er sich vorher verliebt hat, dann muss er also von dir enttäuscht werden, indem du ihm diese bequemen Bedürfnisse nicht mehr erfüllen.

Er muss das Gefühl haben, etwas von dir zu vermissen, über längere Zeit von dir etwas nicht zu bekommen (Zeit, Nähe, Sex, deine selbstverständliche Begleitung seines Lebens, usw.), was er von dir aber zurzeit haben möchte.

Und ganz gleich, wie emotional, wie trotzig, beleidigt, gespielt-stolz oder wie gleichgültig seine Reaktion auf die Transformation auch ist:

Du kannst dir sicher sein, dass du ihn damit nicht von dir stößt, denn:

  1. Diese Reaktionen werden zuerst erstmal nur halbherzig sein und ihn nicht verletzen. Er wird nur sehen, ob du dich gerade wirklich ein wenig veränderst und wirklich diese für ihn emotionale Sicherheit entnimmst.

Denn in Wahrheit weiß er auch, dass du das Richtige tust. Er weiß instinktiv genau, dass genau das jetzt der Weg ist, wie er wieder mit dem ganzen Herzen für dich da sein kann. Und er weiß auch, dass er nur auf diese Weise in einer Beziehung glücklich sein wird.

  1. Er wird dich nicht vergessen, sich von dir abwenden oder durch eine Andere ersetzen können:

Wenn du endlich wieder nach deinen Werten und Lebensvorstellungen lebst und er dann sieht wie es ist ohne dich, dann kann er nicht anders, als sich wieder darüber bewusst zu werden, was er z.B. alles schon mit dir erlebt hat, was er schon für dich empfunden hat, welchen Einfluss du in seinem Leben einnimmst und welche Bedeutung du für ihn hast.

Er wird das Fundament zwischen dir wieder viel stärker fühlen, weil du dich ja nicht zurückziehst, sondern ganz offiziell einfach nur wieder den eigenen Lebensvorstellungen Vorrang gibst.

Das wird er oft nicht gleich spüren können, sondern normal noch fast immer ein bisschen Zeit verstreichen lassen und sicherlich in einsamen und instabilen Momenten.

3. Wenn du dich selbst bei ihm nach einer bestimmten Zeit wieder bei ihm nett und normal meldest (Für den seltenen Fall also, dass er z.B. aus Stolz erst einmal ein bisschen Zeit verstreichen lässt), wird er sich in jedem Fall freuen und dann darauf reagieren. Und spätestens in diesem Moment aus Erfahrungen dann viel stärker das Band spürst, das euch verbindet.

Ich möchte dich an dieser Stelle ermutigen

Breche ganz entschieden aus dem Muster heraus und mache ab jetzt wieder nur noch die Dinge (außerhalb und innerhalb deiner Beziehung), die du für dich nur stark fühlst, würdevoll und der Situation als angemessen fühlst.

Und handle dann nach deiner weiblichen Intuition:

Trau ihm wieder zu, dass er von ganz allein damit anfangen wird, deine Nähe zu suchen, dich wieder zu vermissen und sich von ganz allein wieder bewusst zu werden, was du ihm bedeutest.

Wenn eine Beziehung funktionieren soll, muss man immer füreinander da sein Doch vor allem gegenüber dem Liebespartner ist das nicht immer einfach. Denn zum einen wollen wir nicht seine Grenzen überschreiten und ihn einengen. Zum anderen sind wir sehr enttäuscht, weil eben der eine Mensch, der uns so gut wie niemand sonst verstehen sollte, derart unsensibel gegenüber unseren Bedürfnissen ist. Doch man kann es nicht umgehen, einander mitzuteilen, wodurch genau wir uns bedrängt, gekränkt, und ähnliches fühlen. Denn unsere Gefühle und was für uns deren Gründen sind, sind für den Partner nicht zu sehen.

Sobald wir lernen, unsere Grenzen zu verteidigen, fühlen wir uns nicht zu sehr bedroht und ausgeliefert und können ruhiger reagieren.

Jeder von uns hat seine Grenzen. Wenn jemand anderes sie überschreitet, fühlen wir uns verwirrt und unwohl.

Wenn Grenzen überschritten werden

Oft passiert es uns, dass unsere Grenzen überschritten werden, was sich für uns überhaupt nicht gut anfühlt. Das kann in den privaten Beziehungen auf romantischer oder freundschaftlicher Ebene, als auch in geschäftlichen Beziehungen in der Arbeitswelt passieren.

Es ist wichtig zu verstehen, dass normal nicht dein Partner oder dein Arbeitskollege deine Grenze überschreitet, sondern du selbst deine Grenze überschreiten lässt. Der Selbstwert und auch dein Selbstvertrauen spielt eine wichtige Rolle.

Das Hauptproblem ist, dass wir unseren Wert an der Bestätigung der Mitmenschen festmachen. Wir neigen dazu, den Selbstwert im Äußeren zu finden und nicht im Inneren. Wir konzentrieren uns also auf die Menschen im Umfeld, und schauen, dass wir alles richtig zu machen und ihnen zu gefallen.

Der ungesunde Wunsch nach Bestätigung im Außen kann sich so zeigen, dass wir bestimmte Klamotten oder andere Statussymbole holen, um die eigene Angst, ob wir in der Gesellschaft angesehen werden, zu umgehen. Wir machen den eigenen Selbstwert daran fest, wie wir nach außen erscheinen.

Aber was kann man dagegen unternehmen?

Du kannst lernen, die Grenzen, die für dich gut sind, zu bemerken. Und zwar indem du dir in deinem Inneren selbst entgegenkommst und lernst, was gut für dich ist und was du dir echt wünschst. Du wirst durch dieses nach Innen gucken deinen eigenen Wert sehen, respektieren lernen und dich selbst immer mehr mit Liebe und Wertschätzung behandeln kannst. Wahre Liebe kommt immer aus dem Inneren. Je mehr du dich selbst liebst, desto mehr kannst du wahr und gesund zurücklieben.

Der Effekt von gesunden Grenzen ist, dass du dich nicht nur stärker und freier fühlst, du wirst auch im Außen anders wahrgenommen. Die Menschen werden dich automatisch mit mehr Wertschätzung behandeln, da sie unterbewusst spüren, dass du dir selbst sicher bist. Dadurch, dass du dich selbst liebst, bringst du ganz natürlich deinen Mitmenschen bei, wie sie dich lieben sollen und welchen Umgang du tolerierst.

Im Folgenden geben wir dir vier Schritte mit, die dir helfen, Grenzen für dich zu ziehen:

  1. Nimm dich selbst richtig wahr

Erkenne deinen eigenen Wert und Reichtum. Sei dankbar und entfalte mehr von deinem inneren Reichtum. Alles, was du brauchst, hast du schon in dir. Du musst dich nun selbst mehr entdecken. Dann wirst du mehr und mehr deinen eigenen Wert sehen. Du kannst auch immer jeden Tag aufschreiben, wofür du dankbar bist.

  1. Behandele dich selbst mit Liebe und Respekt.

So wie du dich selbst behandelst, behandelst du auch andere Leute. Behandele dich also mit Liebe und Respekt. Dein Körper ist dein Tempel. Achte darauf, dass du dir immer etwas Gutes tust.

Nimm dir bewusst Zeit für dich und baue eine gute Beziehung zu dir auf. Eine Hilfe dazu kann sein, dass du dir in deinem Kalender immer Zeit markierst, indem du dir aktiv Zeit für dich frei schaufelst. So kommt kein anderer Termin gegen deine eigene Zeit mit dir dazwischen.

  1. Kommunizieren deine Wünsche.

Kommuniziere deine tiefsten Bedürfnisse, indem du genau formulierst, was du dir wünschst. Wenn wir verletzt werden, fragen wir uns häufig, warum die andere Person nicht sieht, wie wir uns fühlen. Beginne, zu sehen, auf was du Wert legst im Umgang mit dir und was deine Bedürfnisse sind.

Nachdem du dich für das, was du fühlst, akzeptiert hast, teile deine Wünsche auch deinen Mitmenschen mit. Gib nicht gleich auf, wenn es dir von Anfang an leichtfällt, dich deutlich mitzuteilen. Auch die Angst vor Reaktionen auf eine direkte Kommunikation ist normal. Du wirst aber schnell sehen, dass es dir leichter ums Herz wird, wenn du anfängst, auch verbal für dich einzustehen.

  1. Baue dir ein energetisches und soziales Umfeld auf, das dich voranbringt.

Je mehr du zu dir selbst findest und Zeit mit dir verbringst, desto mehr ziehst du Menschen in dein Leben, die dich für dich lieben, so wie du bist. Beziehungen, die auf Bedingungslosigkeit stützen, nähren dich, wirken inspirierend und lassen dich in einer entspannten Atmosphäre stärker werden. So kannst du dir mehr und mehr das Leben gestalten, das auch zu dir passt. Toleriere nicht länger ein Umfeld, das Grenzen überschreitet und dich zurückhält.

Lass jetzt deine Mitmenschen sehen, wer du bist. Lass deinen Partner und deine Freunde sehen, wie stark du bist. Für die Menschen, die in dein Leben gehören und dich lieben, wird es wichtig sein, dich in dem Licht zu sehen. Strahlst du, wirkst du attraktiv. So bekommst du auch neue Menschen in den Leben, du zu dir passen.

Sich selbst in der Beziehung aufzugeben und alles zu akzeptieren was der andere unternimmt, ist keine gute Idee. Liebe benötigt seine Grenzen.

Am Anfang sagt man zu allem, was der Partner tut, Ja und gut ist. Man akzeptiert fast alles, von Unpünktlichkeit („Er war im Stress“) bis Chaos in der Wohnung („Er ist ein kreativ“). Irgendwann sind aber die Schmetterlinge und verliebten Brillen weg.

Werde dir deiner eigenen Grenzen bewusst

Grenzen sind etwas sehr Persönliches. Jeder Mensch hat andere, die sich aus seinen Werten und Erfahrungen im Lauf der Zeit entwickelt haben. Höre einmal in dich hinein: Wann warst du zuletzt auf deinen Partner wütend? Wann hattest du das Gefühl, überrumpelt zu werden und fühltet dich schlecht, weil du vielleicht etwas getan hast, was gar nicht zu dir passt? Was genau hat dir in der Situation nicht gefallen? Welche Grenzen wurden überschritten? Was hättest du stattdessen von deinem Partner erwartet?

Mache dir also klar, dass es in Ordnung ist Grenzen zu haben. Du hast welche und dein Partner auch. Es hat nichts mit Egoismus zu tun. Im Gegenteil, es ist ein Zeichen eines gesunden Selbstwertgefühls, „bis hierhin und nicht weiter“ signalisieren zu können.

Eine Partnerschaft besteht aus zwei Ich. Bleibe dir selbst treu, verlieren dich nicht völlig im Wir. Es ist in Ordnung auch mal Nein zu sagen. Deshalb wirst du nicht weniger geliebt.

Bestimme Ausnahmen

Grenzen müssen nicht in Stein gemeißelt sein. Überdenke auch deine Glaubenssätze. Manches schleppst du vielleicht schon seit vielen Jahren mit dir herum. Wenn du aber genauer darüber nachdenkst, passt diese Grenze gar nicht zu dir.

Wie du dich trotz schlechter Erfahrungen auf die Liebe einlassen kannst

Beispielsweise bist du eigentlich ein sehr großzügiger Mensch. Allerdings wurde das von einem Ex ausgenutzt, du hast viele Monate lang einige Freizeitaktivitäten gezahlt und nicht einmal ein „danke“ dafür bekommen. Kein Wunder, dass du heute allergisch darauf reagierst, wenn dein Partner im Restaurant nicht gleich den Geldbeutel rausholst.

Oder wenn du beispielsweise betrogen wirst, ist es ganz normal, dass du sensibel darauf reagierst, wenn dein Liebster immer erwähnt, dass die neue Kollegin bei den Kollegen optisch gut ankommt. Doch es macht keinen Sinn, deshalb gleich das Kopfkino zu starten. Er hat dir nur etwas mitgeteilt, um seinen Alltag mit dir zu teilen. Das bedeutet nicht, dass auch er sie heiß findet oder an mehr denkt. „Alle Männer denken nur an das Eine“ wäre also ein Glaubenssatz, der dir nicht weiterhilft, sondern die Beziehung schwächt.

Wie soll der oder die Liebste denn wissen, was bei dir das Fass zum Überlaufen bringt? Welcher Wert liegt hinter deiner Grenze, welche Geschichte und Erlebnisse? Öffne dich und erzähle, wie es zu dieser Grenze kam. Nur so hat der andere die Chance sein Verhalten zu sehen und sich deinen Bedürfnissen anzupassen.